Historischer Tag für das Fehmarnbelt-Projekt
Montag, der 4. Mai, war der Tag, an dem das erste von insgesamt 89 Betonelementen, die künftig den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Dänemark und Deutschland bilden werden, zum Absenkpunkt vor der Küste bei Rødbyhavn auf Lolland ausgeschifft wurde.
Das 217 Meter lange und 73.500 Tonnen schwere Betonelement verließ um 21:00 Uhr den Arbeitshafen der Tunnel-Fabrik und begann die gut zwei Kilometer lange Reise zum Absenkpunkt direkt vor der künftigen Tunneleinfahrt.
Das Tunnelelement enthält die vier Röhren, die künftig die Autobahn und die Eisenbahn aufnehmen werden, sowie eine Serviceröhre für technische Installationen.
Ein komplexes Manöver
Das Tunnelelement wurde mit Hilfe von fünf Schleppern und einem Spezialschiff transportiert, das eigens für das Absenken der Elemente auf den Meeresboden gebaut wurde.
Das Element ist an beiden Enden versiegelt und mit Luft gefüllt. Da die Straßentunnelröhren jedoch schwerer sind als die Eisenbahnröhren, ist das Element nicht von Natur aus ausbalanciert. Deshalb ist die äußere Eisenbahnröhre mit temporären Wasserballastkammern ausgestattet, die sicherstellen, dass das Element während der Absenkung vollkommen waagerecht liegt.
„Es handelt sich um ein sehr komplexes Manöver, das in dieser Größenordnung noch nie durchgeführt wurde. Die Elemente des Fehmarnbelt-Tunnels sind breiter, schwerer und länger als die beim Bau der Öresundverbindung verwendeten, und wir arbeiten zudem in deutlich tieferem Wasser“, erklärt Lasse Vester, stellvertretender Vertragsdirektor bei Sund & Bælt.
Sehr geringe Fehlertoleranz
Das Tunnelelement wird in einer 18 Kilometer langen Rinne im Meeresboden zwischen Rødbyhavn und Puttgarden liegen. Vor der Absenkung wurde in der Tunnelrinne ein Fundament aus Schotter angelegt, das sicherstellt, dass das Element korrekt positioniert wird.
„Es ist eine große Aufgabe mit einer sehr geringen Fehlertoleranz. Wir müssen ein Element, das so lang ist wie zwei Fußballfelder, mit einer Genauigkeit von wenigen Millimetern absenken. Das stellt hohe Anforderungen an die Ausrüstung und unseren Auftragnehmer, weshalb die Vorbereitungen lange gedauert haben“, sagt Lasse Vester.
Der Transport des Elements und die eigentliche Absenkung werden voraussichtlich mehrere Tage dauern. Sobald das Element mit dem Tunnelportal verbunden ist, besteht der nächste Schritt darin, Kies und Schotter entlang der Seiten des Elements aufzubringen, um es in der Tunnelrinne zu fixieren.