Mehrere wichtige Bahnstrecken in Schonen können bis zur Eröffnung der festen Fehmarnbelt-Verbindung vorgezogen werden.
Das geht aus einem neuen Bericht der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket an die schwedische Regierung hervor.
Der Wunsch nach einem höheren Tempo beim Ausbau des schwedischen Schienennetzes wurde in letzter Zeit sowohl von dänischen als auch von schwedischen Politikern und Wirtschaftsorganisationen geäußert. Nun stellt Trafikverket fest, dass der Ausbau des Schienennetzes in der Öresundregion um mehrere Jahre vorgezogen werden kann. Das geht aus der Website von Trafikverket hervor.
„Der grenzüberschreitende Verkehr in der Öresundregion hat sich seit vielen Jahren positiv entwickelt, und wir arbeiten bereits heute aktiv an den Vorbereitungen für die Eröffnung der Fehmarnbelt-Verbindung. Da der Verkehr über den Öresund in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen wird, sehen wir einen Bedarf an einer stärkeren dänisch-schwedischen Zusammenarbeit, unter anderem bei Verkehrsprognosen, Kapazitätsplanung und Notfallplanung. Auch die Verkehrssteuerung und das Störungsmanagement können künftig weiterentwickelt werden“, sagt Anna Wildt-Persson, Regionaldirektorin der südlichen Region von Trafikverket.
Kapazitätssteigernde Maßnahmen
In einer Untersuchung für die schwedische Regierung hat Trafikverket auch Eisenbahnmaßnahmen entlang der Södra stambanan (die Strecke von Malmö nach Katrineholm, Anm. d. Red.) betrachtet, die in der nationalen Planung enthalten sind. Das geht ebenfalls aus der Website von Trafikverket hervor.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass mehrere kapazitätssteigernde Maßnahmen vorgezogen werden können, so dass sie zeitlich besser zur Eröffnung der Fehmarnbelt-Verbindung passen. Bei einigen Maßnahmen geht es um eine Vorziehung um mehrere Jahre.
„Dass Maßnahmen früher umgesetzt werden können, ist nicht nur für den Verkehr über den Öresund von Bedeutung. Es bringt auch einen großen Nutzen für den Fern- und Pendlerverkehr. Mehr Kapazität in kürzerer Zeit bedeutet weniger Störanfälligkeit und einen zuverlässigeren Verkehr. Davon profitieren alle. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass eine Vorziehung eine schnelle Bearbeitung von Prozessen erfordert, die außerhalb der direkten Kontrolle von Trafikverket liegen. Dazu gehören zum Beispiel Baubeschlüsse und Einsprüche gegen Eisenbahnpläne,“ sagt Anna Wildt-Persson.
Ausbau der Güterbahnhöfe geplant
Im Vorschlag von Trafikverket für den neuen nationalen Plan 2026–2037 ist auch die Möglichkeit enthalten, mehrere Güterbahnhöfe zu stärken, unter anderem in Malmö und Trelleborg. Zudem ist eine Untersuchung des Güterbahnhofs in Helsingborg geplant.
„Der Verkehr über den Öresund ist eine der höchsten Prioritäten von Trafikverket, und wir sind zuversichtlich, dass wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um den Verkehrszuwächsen zu begegnen. In unserem Vorschlag für den neuen nationalen Plan gibt es außerdem weitere kapazitätssteigernde Maßnahmen entlang der Södra stambanan, die umgesetzt werden können, wenn zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wollen wir weitere wichtige Maßnahmen ergreifen, die mit den Überschüssen aus der Öresundbrücke finanziert werden können,“ sagt Anna Wildt-Persson auf der Website von Trafikverket.