Am Mittwoch, den 6. Mai, wurde das erste von insgesamt 89 Betonelementen für den Fehmarnbelt-Tunnel nach einer mehrtägigen Operation in den ausgehobenen Tunnelgraben auf dem Meeresboden vor Rødbyhavn abgesenkt.
Das historische Ereignis begann am Abend des 4. Mai, als fünf Schlepper und ein spezielles Absenkschiff das Tunnelelement von der Fabrik bei Rødbyhavn zum Absenkpunkt nahe der künftigen Tunneleinfahrt transportierten.
Am Dienstag, den 5. Mai, begann um 12.00 Uhr die eigentliche Absenkung. Gut 14 Stunden später lag das erste Tunnelelement präzise im Tunnelgraben vor dem Tunnelportal bei Rødbyhavn, teilte Sund & Bælt mit.
Anschließend begann die Verbindung des Elements mit dem Tunnelportal mithilfe eines hydraulischen Arms. Die endgültige Position des Elements wurde durch eine präzise Lasermessung bestätigt Am Donnerstagvormittag war das erste Tunnelelement damit offiziell auf dem Meeresboden installiert.
Eine entscheidende Bewährungsprobe
Als nächster Schritt werden die Bauunternehmen das Absenkschiff IVY vom Element lösen und das Element auf dem Meeresboden sichern. Dazu werden Kies und Schotter an den Seiten eingebracht, damit sich das Element im Tunnelgraben nicht bewegen kann.
„Wir sind sowohl glücklich als auch erleichtert. Unsere Technologie, unsere Ausrüstung und unsere Auftragnehmer haben eine entscheidende Bewährungsprobe bestanden und etwas erreicht, was zuvor noch niemand geschafft hat. Das ist ein großer Tag für das Projekt, für Dänemark, Deutschland und Europa“, sagte Sund & Bælt-CEO Mikkel Hemmingsen nach der erfolgreichen Operation.
In den kommenden Jahren werden die Tunnelelemente nacheinander abgesenkt und in einem bis zu 40 Meter unter der Meeresoberfläche ausgehobenen Tunnelgraben miteinander verbunden. Mit einer Länge von 18 Kilometern wird der Fehmarnbelt-Tunnel mit großem Abstand der längste Absenktunnel der Welt sein.
Wichtig für Europa
Die Fehmarnbelt-Verbindung ist ein wichtiger Bestandteil des künftigen europäischen Verkehrsnetzes und soll Handel, Mobilität und Sicherheit in Europa stärken. Der Fehmarnbelt-Tunnel wurde von der EU-Kommission als Prioritätsprojekt eingestuft und mit mehr als 10 Milliarden Dänischen Kronen an Fördermitteln unterstützt.
„Die Absenkung des ersten Tunnelelements ist eine historische Leistung. Die Welt schaut zu, und sie zeigen europäische Ingenieurskunst und Baukompetenz von ihrer besten Seite. Der Tunnel wird Regionen enger miteinander verbinden und neue Dynamik zwischen Malmö, Kopenhagen, Hamburg und dem übrigen Europa schaffen. Die EU-Kommission wird dieses Projekt weiterhin bis zum Abschluss unterstützen“, erklärte EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas.